Es gibt Momente,
in denen du etwas weißt
und trotzdem weitermachst.
Nicht, weil du unsicher bist.
Sondern weil du gelernt hast,
dass Wissen allein
keine ausreichende Begründung ist.
Viele nennen das Vernunft.
Oder Verantwortung.
Manchmal ist es schlicht
ein Übergehen.
Am Verstehen liegt es selten
Die Frauen, die hier lesen,
sind nicht unbewusst.
Sie haben reflektiert.
Supervision gemacht.
Zusammenhänge erkannt.
Sie wissen,
warum sie reagieren,
woher Reaktionen kommen,
was logisch wäre.
Sie erklären es anderen jeden Tag.
Und trotzdem reagieren sie anders.
Nicht, weil sie es nicht besser wüssten.
Sondern weil verstanden nicht dasselbe ist wie verfügbar.
Die alte Reaktion ist schneller da
als alles, was sie darüber wissen.
Ein Moment, in dem nicht verhandelt wird
Viele kennen auch das Gegenteil.
Einen Moment,
in dem sich etwas eindeutig anfühlt.
Kein Gedanke.
Kein Argument.
Eher ein inneres Stoppen.
Oder ein Nein, das keine Begründung braucht.
Ich nehme solche Momente ernst.
Aber ich mache kein Orakel daraus.
Nicht alles, was sich eindeutig anfühlt, ist richtig.
Und nicht alles, was richtig ist, fühlt sich eindeutig an.
Warum wir solche Momente so lange übergehen können
So ein Moment macht keinen Lärm.
Er argumentiert nicht.
Er drängt nicht.
Und genau deshalb
lässt er sich lange überhören.
Mit Pflicht.
Mit Funktionieren.
Mit Verantwortung.
Mit all dem,
was wir gut können
und wofür wir geschätzt werden.
Mit welcher Instanz ich arbeite
Ich arbeite mit dem Unterbewusstsein.
Das ist der Bereich, in dem wir arbeiten.
Und ich arbeite mit dem Zentrum.
So nenne ich die innere Instanz,
mit der ich dabei kommuniziere.
In meiner Arbeit gehe ich davon aus,
dass diese Kommunikation möglich ist.
Das ist eine Arbeitsannahme.
Keine Entdeckung, die ich beweisen könnte.
Wie das aussieht, ist unspektakulär.
Oft über ein vorgestelltes Medium,
eine Tafel, ein Flipchart,
auf dem Antworten sichtbar werden.
Manchmal über Körperempfindungen
oder kleine unwillkürliche Bewegungen.
Die Antworten bekommst du.
Ich stelle die Fragen, hake nach und halte den Rahmen.
Ich entscheide nicht, was relevant ist.
Und ich weiß vorher nicht, was kommt.
Das Zentrum ist in meiner Arbeit kein Ort,
der für dich weiß, wie du leben sollst.
Sondern der Gesprächspartner,
über den wir herausfinden,
was an einer bestimmten Stelle gerade reagiert.
Woran sich zeigt, dass sich etwas verändert hat
Nicht in der Sitzung.
Im Leben danach.
Manchmal fällt etwas einfach weg.
Ein Nein wird nicht drei Tage nachverhandelt.
Eine vertraute Situation läuft anders als sonst,
und du merkst es erst am Abend.
Manchmal passiert erstaunlich wenig.
Auch das gehört dazu.
Es wird nicht alles anders.
Muss es auch nicht.
Ich arbeite nicht mit Gedanken über dich.
Und nicht mit Lösungen für dein Leben.
Ich halte den Rahmen.
Was du danach mit deinem Dienstag machst,
entscheidest du.